Konfliktbewältigung bei Verhaltensauffälligkeiten
 
Wenn es immer wieder Probleme gibt, bedeutet das nicht, dass Eltern unfähig sind, ihr Kind „richtig zu erziehen“ oder Kinder „Störenfriede“ in der Schule sind. Oft ergeben sich Missverständnisse aus Zeitnot, Überforderung, Erwartungsdruck bei allen Beteiligten. Gefühle werden nicht mehr richtig wahrgenommen und der offene Konflikt ist unvermeidlich.

Es gibt innerhalb einer Familie oder der Gruppe in der Schule oder auch im Zusammenspiel mit einem Lehrer immer mehrere Betrachtungsweisen eines Konfliktes. Es existiert hier nicht nur eine „Wahrheit“. Den Blick zu erweitern und die „Wahrheiten“ der anderen zu verstehen, kann Teil des Lösungsprozesses sein.  Es zeigt die Eigenverantwortung des Einzelnen auf, aber nimmt vor allem das „Schuldgefühl“, das so erdrückend ist.

Für dieses Vorgehen braucht es etwas Zeit, denn erlernte negative Rollen als Mobbingopfer, „Störenfried“, als „Spielverderber“, „Faulpelz“, als „AD(H)Sler“ oder „Besserwisser“ legt man nicht einfach ab. Es braucht Vertrauen – in den/die Helfenden und in die eigene Person. Verletzungen dieser Art heilen  nicht so schnell wie der Ärger über eine schlechte Note oder ein verlorenes Portmonee. Aber sie können heilen durch Vertrauen schaffende Übungen, Selbstwert-Training und ausdauernde liebevolle Mut machende Unterstützung.
 
Konfliktbewältigung bei Leistungsproblemen
 
Anhand von gemeinsamer Analyse der letzten Klassenarbeiten und Leistungskontrollen und ein genauer Blick in Mitschriften, Übungshefte  und Hausaufgabenheft komme ich mit Ihrem Kind ins Gespräch. Da bei geht es nicht darum, zu zeigen, wie schlecht alles ist, sondern im Gegenteil. Auch wenn eine „Ausreichend“ (Note 4) oder „Mangelhaft“ (Note 5) unter einer Arbeit steht, kann man Positives und Anstrengungen des Kindes erkennen. Diese gilt es zu finden und dem Kind bewusst zu machen. 

Das Vorzeigen der schlechten Ergebnisse kostet extrem große Überwindung. Besprechen Sie das mit Ihrem Sohn / Ihrer Tochter ganz in Ruhe und mit viel Verständnis. Es ist sehr erniedrigend, wenn man vor einem Fremden seine Schwächen ausbreiten soll. Noch schlimmer ist es, wenn man das nicht verhindern kann. Zwingen Sie also Ihr Kind nicht dazu, mir seine schlechten Noten oder Hefter zu zeigen.

Sicher gibt es etwas, das Ihr Kind gut kann (Bio? Geo? Kunstunterricht? Sport? Musik?  Lego? Intuitive Computer- oder Handynutzung? Geschichten erfinden? Geschwister betreuen ….. Sie finden sicher etwas, egal wie banal es Ihnen scheint, und das bringen Sie mit oder erzählen es mir)  Es braucht Vertrauen, sich zu öffnen und Schwächen einzugestehen. Vertrauen baut sich nur auf, wenn die Begegnung auf Wertschätzung beruht. Über die Stärken Ihres Kindes können wir die Ursachen für die Schwächen entdecken.